Freitag, 15. April 2016

Scan'nCut CM 900 von brother im Test

In den letzten beiden Jahren, so hab ich das Gefühl, hat sich so ziemlich jeder einen Plotter zugelegt. Na ja, vielleicht nicht wirklich jeder, aber geplottete Werke sind im Netz und speziell auf den Nähbloggerseiten allgegenwärtig. Natürlich hab ich da die Gelegenheit ergriffen und den Hobbyplotter „Scan'n'cut CM 900“ von brother für den nähPark getestet. Bis dahin hatte ich noch keine Erfahrungen mit Plottern und kann dementsprechend keine Vergleiche zu anderen Geräten oder Fabrikaten ziehen. Ich kann nur von meinen ganz persönlichen Erfahrungen mit diesem einen Plotter berichten, die keine Allgemeingültigkeit haben, sondern absolut subjektiv sind.


Da ich ja keinerlei Vorerfahrungen hatte, war ich natürlich beim Auspacken sehr gespannt. Aus Supertesterzeiten kenn ich ja noch die riesigen Kartons, in denen so manche Nähmaschine hier eingetroffen ist. Die Plotterverpackung dagegen ist ziemlich klein. Der Plotter selbst erinnert an einen Drucker. Neben dem Plotter selbst gab es verschiedene Schneidematten, Folien zum Aufkleben, Kleinteilzubehör und eben einiges, was mir nichts sagte... (den genauen Lieferumfang kann man am einfachsten auf den Produktseiten vom nähPark einsehen). Lustig fand ich auch, dass da kleine Stifte bei waren. Sechs farbige Stifte und noch einmal zwei löschbare Stifte. Da hatte ich dann schon ein paar Fragezeichen im Kopf. Was kann denn so ein Plotter noch, außer Schriftzüge und Bilder aus Folien ausschneiden? So einiges...

Natürlich wollte ich gleich loslegen. Wie schon beim ersten Einblick erwähnt, ist nur eine Kurzanleitung in gedruckter Form enthalten. Eine ausführliche Anleitung ist ausschließlich digital enthalten und muss ggf. ausgedruckt, bzw. eingesehen werden. Das mag zwar durchaus üblich sein, gefällt mir aber dennoch nicht. Ich fänd es besser, wenn eine ausführliche Anleitung in gedruckter Form vorhanden wäre. Dann würde man doch eher mal reingucken. So musste ich mich da hauptsächlich intuitiv durchwurschteln. Aber das geht! Wenn man allgemein mit computergesteuerten Geräten Erfahrung hat, wird auch der Plotter keine unüberbrückbare Hürde darstellen! Bedient wird der Plotter über ein 4,8 Zoll großes farbiges Display, da bequem in eine mehr oder weniger aufrechte Position gebracht werden kann.


 

Zunächst habe ich viel Papier und Pappe geschnitten. Auf dem Gerät selber sind über 1100 Designs vorinstalliert, sowie 15 Schriften aus denen man sich eigene Texte erstellen kann.

Natürlich hat sich auch jahreszeitlich passend etwas zu Ostern gefunden!






 


Als nächstes habe ich dann (endlich) Folien geschnitten und dabei schon die ein oder andere besondere Funktion entdeckt!



Obwohl ich auch noch in hundert Jahres Lieblingspferdenamen und Co für meine Töchter plotten könnte; wie dieses Beispiel zeigt. Ich konnte sie dann aber davon überzeugen, dass man die ja auch nicht auf jedem T-shirt tragen kann.


Eine, wie ich finde absolut geniale Funktion ist die Scan-Funktion. Irgendwann ist mir ja auch bewusst geworden, dass dieser Plotter eben nicht nur schneiden kann.




Man kann eine beliebige Vorlage einscannen (wobei das logischerweise am besten funktioniert, wenn diese einen starken Kontrast vorweist!).
Das eingescannte Bild wird dann vom Scanner erkannt und die Daten zur Weiterarbeit vorbereitet. Man kann sie für den Wiedergebrauch auch speichern.
Und anschließend kann man das eingescannte Muster gleich schneiden lassen!
Wie hier das Ampelmädchen aus reflektierender Flex-Folie.


Was man immer beachten sollte, ist tatsächlich, einen Probeschnitt zu machen. Da die Materialien, die man schneiden möchte, sind von Hersteller zu Hersteller doch immer etwas unterschiedlich, so dass die Einstellungsangaben nur Richtwerte sein können. Um keine böse Überraschung zu erleben, sollte man also vor dem eigentlichen Schnitt einen kleinen Probeschnitt durchführen. Das kann ein kleines Quadrat oder Dreieck sein. Hier gibt es einige, schnell wählbare Muster, die extra für den Probeschnitt angeboten werden.
Bei dem Kunstleder musste ich ein bisschen tüfteln, um die richtigen Einstellungen zu finden. 



Was sich jetzt vielleicht kompliziert anhört, bezieht sich in echt auf zwei Dinge, die man verändern muss.


Zum einen muss man die Messertiefe einstellen. Dazu muss der Messerhalter aus der Halterung genommen werden und durch einfaches drehen, auf die Wunschtiefe gestellt werden.

Und zum anderen kann man den Schnittdurck durch zweimaliges Tippen auf dem Display verändern.

In der Kurzanleitung bekommt man Empfehlungen, die im großen und ganzen passen und nur in Feinheiten angepasst werden müssen.



Zurück zum Kunstleder. Das wollte ich für ein kleines Täschchen zuschneiden. Aber, der Plotter kann ja soviel mehr, als ich dachte. Und da waren ja auch Stifte dabei. Jetzt kommt die Auflösung, wozu man die unter anderem benutzen kann:


Zuerst habe ich das Schnittmuster eingescannt und anschließend die Aussenlinie zeichnen lassen. Denn der Plotter kann auch zeichnen! So hat man die Nahtlinie schon einmal schön dargestellt (stell ich mir ja genial für Portemonaies etc. vor – da trau ich mich demnächst dann auch ran!).

Direkt an der Nahtlinie schneiden zu lassen würde ja nun wenig Sinn machen. Durch ein paar Tipps auf dem Display kann ich die Schnittlinie aber nach aussen versetzen. Dabei kann ich millimeterweise angeben, in welchem Abstand zur Nahtlinie geschnitten werden soll.

Das kann das Gerät natürlich nicht nur auf Kunstleder sondern auch auf Stoff und Papier. Die Möglichkeiten werden immer größer!

Das Stoffschneiden ist das erste Mal in die Hose gegangen. Das lag an mir. Ich habe den Stoff, auf die Matte geklebt und wollte einfach nur zwei Dreiecke ausschneiden. Was dann geschnitten wurde, hatte mit Dreiecken nichts zu tun, sondern sah eher aus wie ein Stoffchaos. Der Stoff hat überhaupt nicht auf der Matte gehalten. Konnte er auch gar nicht. Denn an dieser Stelle kommt eine extra Klebeauflage ins Spiel!

Wenn man die dann erst einmal aufgeklebt hat, hält der Stoff auch absolut fest und die Dreiecke lassen sich ganz easy ausschneiden.

Die könnte man anschließend dann wunderbar zum quilten weiterverwenden. Bei den gespeicherten Mustern sind auch einige Quiltmuster enthalten, so dass man sich da sicherlich einige Arbeit sparen kann. Da ich (bisher) nicht so die Quilterin und Patchworkerin bin, bin ich an der Stelle nicht weiter in die Tiefe gegangen...




Ich appliziere ja eher . Dafür habe ich bisher immer Vliesofix benutzt. Von Brother gibt es eine spezielle Folie für Stoffapplikationen, die vom Prinzip aber wie Vliesofix eingesetzt wird. Zuerst wird eine Seite auf den Stoff gebügelt, dann kann man das Muster ausschneiden und anschließend kann die Applikation dann aufgebügelt werden. Mit der Brotherfolie hat das genauso funktioniert. Und natürlich habe ich das interessehalber auch mit Vliesofix probiert. Da musste ich an einer kleinen Stelle mit der Schere nachschneiden, ansonsten sah das aber auch ordentlich aus.





Manchmal hat man ja nur noch Restmengen von einer bestimmten Folie oder von präpariertem Stoff. Dann muss man wissen, ob das Motiv noch drauf passt, bzw. inwieweit man die Größe anpassen muss.



(Macht man das nicht und schneidet die Maschine auf der Matte, kann es bei einigen Einstellungen zu Überraschungen kommen. Aber woher soll der Plotter auch wissen, was er schneiden soll und was nicht?

Hier hat die Pappe nicht dagelegen, wo sie sollte und die Matte wurde geschnitten).




Um solche Unglücke zu vermeiden gibt es eine sehr komfortable Möglichkeit, die es einem auch ermöglichen noch kleinste Materialreste sinnvoll zu verwerten!



Mit einem Tipp auf das Feld „Matte scannen“ wird die Matte mit der darauf befindlichen Folie (oder Stoffstück, wie im Beispiel) eingezogen und gescannt, wo sich Folie befindet.

Anschließend kann ich sehen, ob mein Muster passt oder nicht. Passt es, kann ich direkt weitergehen und es schneiden lassen. Passt es nicht, kann ich die Größe anpassen und es dann schneiden lassen.

Dann fehlt auch keine Ecke vom Herz, oder ein Teil der Buchstaben...

Die Matte sieht nach einigen Gebrauchsrunden auch dementsprechend aus. Man sollte sie auch nicht auf dem Fußboden liegen lassen und mit Socken drauf treten... Kann aber passieren. Aber so schlimm ist das letztendlich auch nicht, denn mit ein bisschen Spülwasser und einem Lappen kann man sie hervorragend säubern. Anschließend trocken lassen und sie ist wieder so gut wie neu!


Der Scanner erkennt übrigens SVG-Dateien direkt und man benötigt keinen Computer um diese auszuwerten. Und auch PSE-Daten können direkt verarbeitet werden (das hab ich ehrlicher weise nicht ausgetestet; find es aber doch erwähnenswert...).


Mein Fazit:
Ich mach es ganz kurz:
Die Bedienung ist einfach und die Möglichkeiten riesig!
Ich möchte einen Plotter haben! Oder besser so einen Plotter!

Na wer weiß, vielleicht wird das ja was!

Viele liebe Grüße
Eure
Julia


 



Das o.g. Gerät wurde mir vom Nähpark Diermeier zu Testzwecken kostenlos zur Verfügung gestellt. Es handelt sich somit um  Werbung  für den nähPark und das vorgestellte Gerät. Auf die Art der Berichterstattung und die dargestellte Meinung wird kein Einfluss ausgeübt. Es handelt sich um meine persönlichen Eindrücke und meine eigene Meinung. 

Kommentare:

  1. Vielen Dank für die tolle Testerei!
    Das hört sich ja sehr interessant an. Ich bin noch auf der Suche nach einem Hobbyplotter, vielleicht ist es ja dieser? ;-).

    Liebe Grüße,
    Annette

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  2. Hallo Liebes,
    da warst Du doch schon ganz schön fleißig! Unser armer Plotter fristet im Moment noch ein gar trostloses Dasein. Ich komm einfach nicht dazu...
    Traurig aber wahr. Ein ganz bißchen haben wir ihn schon getestet, aber wirklich nur ein ganz kleines bißche .
    Dir wünsche ich auf jeden Fall einen schönen Start in die neue Woche.
    LG
    Danny

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  3. wow ein tolles Gerät. Wär hier im Nähzimmer noch mehr Platz (und meine Zeit nicht so schon knapp) würd ich sofort zuschlagen und so einen Plotter bei mir einziehen lassen!!!

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  4. Vielen Dank für diesen Bericht!! Hat mir sehr bei meiner Entscheidung geholfen!!
    LG
    Rita

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Schön, dass Du ein paar Worte hinterlässt. Vielen Dank dafür!