Montag, 28. September 2015

Testbericht Bernina 580 mit Stickmodul

So schnell vergeht die Zeit. Nun sitze ich wirklich schon hier und schreibe den letzten Testbericht zur Supertesteraktion vom nähParkDiermeier. Diesmal war die Bernina 580 mit Stickmodul zum Testen hier.
 
Zuerst einmal: Bernina ist irgendwie anders... Das ist mir ja schon bei der „ersten“ Bernina im Test aufgefallen und dieser Eindruck hat sich auch diesmal bestätigt. Anders ist übrigens nicht gleichbedeutend mit schlecht...

Die Maschine selbst ist relativ klein und kompakt. Sie wiegt etwa 9,5kg und der Durchlassbereich ist nicht unbedingt riesig... Sie wirkt aber sehr hochwertig und auch alles mitgelieferte Zubehör erweckt den Eindruck: „Ich halte ewig – mich kriegst du nicht kaputt!“ Das Zubehör ist umfangreich und ich habe nichts vermisst (wer es genau wissen möchte, schaut auf die Produktseite beim nähPark...). Im Gegenteil, ich konnte gar nicht alles ausprobieren; z.B. den BSR-Fuß, von dem ich bei der ersten Bernina Maschine so begeistert war. Damit kann man viele tolle Sachen machen; und wer sich für Nähmalerei interessiert, wird davon schwer begeistert sein. Und trotzdem hab ich es diesmal nicht geschafft, ihn auszupacken und intensiver zu testen... Schade!

Eine Aufbewahrung für das Zubehör gibt es in Form einer zusätzlichen Nähbox. Dort können Nähfüßchen, Nahttrenner, Abdeckplättchen und so weiter ordentlich sortiert werden.



An der Maschine gibt es keine speziellen Fächer zur Unterbringung. In der Box ist aber für alles Platz und man hat alles ordentlich und griffbereit verstaut, ohne dass man lange suchen muss.

Die Bernina-Maschinen (zumindest die die ich jetzt ausprobieren durfte) arbeiten nach dem klassischen Nähmaschinenprinzip mit einer Spulenkapsel. So habe ich früher auch das Nähen gelernt, von daher ist mir das Vorgehen durchaus vertraut. Das Aufspulen selbst geht sehr einfach und schnell von der Hand. Das Einsetzen in die Spulenkapsel ist auch recht simpel, manchmal etwas fummelig.

Die Bedienung der Maschine ist gewöhnungsbedürftig. Das klingt jetzt vielleicht abwertend, ist aber überhaupt nicht so gemeint. Bei der Maschine sind manche Bedienelemente etwas anders, als bei anderen Maschinen, die sich dann doch in vielen Dingen ähneln. So musste ich diesmal schon öfter nachgucken und es lief nicht so automatisch, wie bei anderen Maschinen. Aber das sind Dinge, an die man sich bei dauerhaftem Einsatz schnell gewöhnt und die einem dann auch in Fleisch und Blut übergehen. Von daher ist das kein Minuspunkt.

Das Nachgucken im Handbuch ist mir im übrigen sehr leicht gefallen. Die Gliederung ist sehr gut und auch das Stichwortregister hat mich schnell und sicher dahin geführt, wo ich hin wollte. Es werden auch viele Grundlagen erläutert, so dass man mehr über das Nähen und den Umgang mit der Maschine erfährt, als die bloße Bedienung.

Die Maschine verfügt über 234 verschiedene Nutz- und Zierstiche und lässt damit kaum Wünsche offen. Darunter sind verschiedene Knopflochstiche und auch sieben Nähalphabete. Die Stichbreite kann bis zu 9mm betragen. Eine kleine Auswahl an verschiedenen Stichen gibt es hier zu sehen.

Die Stichauswahl und andere Einstellungen erfolgen über ein Touchdisplay im oberen Bereich der Maschine. Wichtige Funktionen (z.B. Rückwärtsnähen, Nadel senken/heben usw.) können über Direktwahltasten angewählt werden.

Das Nähen selbst geht leicht von der Hand mit der Maschine. Die Handhabung ist komfortabel und einfach. Das Auswechseln der Nähfüße ist simpel. Man muss nur einen kleinen Haken öffnen und den kompletten Nähfuß austauschen und anschließend den Hebel wieder umstellen. Das dauert nur wenige Sekunden. Ebenso das Einfädeln. Die Maschine verfügt über eine Einfädelhilfe, die sehr zuverlässig funktioniert hat. Außerdem hat sie eine automatische Fadenschere, automatische Vernähfunktion und einen Unterfadenwächter. Der Unterfadenwächter meldet sich leider erst dann, wenn der Faden wirklich zu Ende ist. Es wäre aus meiner Sicht besser, wenn der Unterfadenwächter sich dann meldet, wenn noch eine kleine Restmenge Unterfaden vorhanden ist, mit der man eine Naht beenden könnte. Die vielen weiteren Funktionen und Features habe ich sicherlich gar nicht alle entdecken können in der Kürze der Zeit. Was manchmal ein bisschen nervig war, war, dass der Oberfaden nach dem automatischen Abschneiden immer mal wieder aus dem Nadelöhr gerutscht ist und neu eingefädelt werden musste. Das sollte wohl nicht so sein, ich konnte aber nicht erkennen, wo der Fehler lag.

Absolut gewöhnungbedürftig find ich bei Bernina, dass man entweder mit dem Freiarm näht oder mit einem extragroßen Anschiebetisch. Im Testzeitraum konnte ich mich nicht daran gewöhnen. Der Freiarm bietet für mich zu wenig Auflagefläche und der große Anschiebetisch oftmals zu viel, so dass ich immer wieder irgendwo hängen geblieben bin. Das liegt sicherlich auch an den Projekten, die man umsetzen möchte... Umständlich war auch das Einsetzen der Spulenkapsel, wenn der Anschiebetisch eingesetzt war. Zwar ist ein kleines Sichtfenster eingebaut, aber irgendwie hab ich das nicht hinbekommen und musste meist doch den Anschiebetisch entfernen und anschließend wieder einsetzen.

Ich habe unterschiedliche Materialien wie Jeans, Jersey, Baumwolle, Frottee, Klarsichtfolie und beschichtete Baumwolle vernäht. Die Maschine hat alle Materialien gleichermaßen gut vernäht:


Aufgefallen ist mir, dass der Stofftransport sehr gleichmäßig ist. Auch bei „Nahthubbeln“ näht die Maschine einfach weiter, ohne dass man sie zusätzlich unterstützen müsste.
Das Nähen ist wirklich ausgesprochen komfortabel.

Nun verfügt die Maschine ja auch noch über ein Stickmodul. Ich hätte es ja nicht gedacht, aber ich hab es ein wenig stiefmütterlich behandelt. Zum einen hatte ich nicht ganz so viel Zeit und zum anderen hab ich in den letzten Wochen wenig Projekte umgesetzt, die unbedingt bestickt hätten werden müssen. Der Eindruck zum Stickmodul beruhen also auf wenig Erfahrungen.

Der Umbau zur Stickmaschine ist einfach. Man muss das Stickmodul seitlich anschieben, bis es einrastet und ein Kabel einstöpseln. Außerdem muss man den Stofftransport ausschalten. Vergisst man einen Handgriff oder führt ihn fehlerhaft aus, meldet sich das Fehlersystem und warnt einen. Zum Sticken muss man auch eine spezielle Stick-Spulenkapsel einsetzen, bei dem der Faden etwas anders geführt wird. Als ich im Handbuch nachgelesen habe, hab ich erst mal gedacht, dass das alles recht kompliziert klingt... als ich dann aber dabei war, hab ich gestaunt, dass die Maschine in wenigen Minuten (beim ersten Mal) stickbereit war.

Die Maschine verfügt über einige integrierte Stickmuster. Wie mit allen Designsachen ist das Geschmacksfrage. Für die Schultüte meiner Nichte konnte ich ein schönes Herz aussuchen. Ebenso ist das Sticken von Schrift leicht umzusetzen.


Das Einspannen in den Stickrahmen ist im Handbuch gut beschrieben und lässt sich leicht umsetzen. Im Lieferumfang sind zwei Rahmen enthalten. Ein mittlerer Rahmen und ein großer Rahmen.

Das Sticken selbst hat gut funktinoniert. Aber wie gesagt, so wahnsinnig viel, hab ich nicht gestickt...

Übersicht meiner Eindrücke

Verständlichkeit und Übersicht des Handbuches
+++
Menüführung
+++
Beleuchtung
+++
Mechanischer Einfädler
+++
Handling
++
Ausstattung Zubehör
+++
Austattung Features
++
Applizieren
+++
Reißverschluss
+++
Nahtbild
+++
Verwendung verschiedener Garne
+++
Verarbeitung verschiedener Matarialien
+++
Umbau zur Stickmaschine
+++
Handhabung Stickmodul
+++
Verwendung externer Stickdateien
++
Spass
+++
+++ hervorragend ++gut + in Ordnung
--- sehr schlecht – schlecht – nicht so gut

Fazit
Die Bernina 580 ist eine langlebige, kompakte und robuste Maschine. Sie bietet viel Nähkomfort und vernäht alle Materialien zuverlässig und hat selbst bei Nahthubbeln keinerlei Schwierigkeiten. Gewöhnungsbedürftig ist das Nähen mit dem Freiarm oder dem großen Anschiebetisch. Allgemein ist die Maschine an der ein oder anderen Stelle „anders“ als Andere und man muss sich ein bisschen umgewöhnen. Dazu hat der Testzeitraum nicht vollkommen ausgereicht. Die Maschine bietet auch so viele Möglichkeiten, dass ich gar nicht alles ausprobieren konnte. Eine tolle Maschine, die sich nun leider wieder auf den Nachhauseweg machen muss.

Aber wer weiß, was sich hier noch so alles in Sachen Nähmaschinenpark tun wird?!

Euch allen erst einmal 
viele liebe Grüße
Eure
Julia 



Dieser Post steht  im Zusammenhang mit der Aktion Supertester vom Nähpark Diermeier
Im Rahmen dieser wurden mir die o.g.Nähmaschinen zu Testzwecken kostenlos zur Verfügung gestellt. 
Es handelt sich somit um  Werbung  für den nähPark und die vorgestellten Maschinen. 
Der nähPark nimmt keinerlei Einfluss auf die Art der Berichterstattung und die dargestellte Meinung. 
Es handelt sich um meine persönliche Meinung und meine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen mit den jeweiligen Nähmaschinen.

Kommentare:

  1. Na, na, wer erweitert denn hier seinen Nähpark...vielleicht ;-)
    Es muss ein Traum gewesen sein all die tollen Maschinen Zuhause zu haben.
    Liebe Grüße,
    Lee

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  2. Liebe Julia,

    Schade, dass es nun vorbei ist, ich bedauere es irgendwie, denn ich habe wirklich gerne Deine Testberichte gelesen, auch wenn ich mich ja bereits im letzten Jahr für eine neue Maschine entschieden habe, fand ich es sehr spannend. Die Bernina stand damals auch auf meiner Wunschliste und manchmal bedauere ich, dass ich mich nicht für sie entschieden habe, aber das auch nur wegen der Unmengen an wunderschönen Zierstichen, die mir meine Janome nicht in dem Umfang bietet.

    Ganz liebe Grüße
    Sandy

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  3. ich könnte mir vorstellen, das das wieder-gehen-lassen von der ein oder anderen
    maschine sehr schwer fällt. von daher finde ich das richtig tapfer von euch allen
    die ganzen maschinen zu testen. mit einer bernina habe ich bisher auch noch nie
    genäht. danke für dein testergebnis!
    lg von der numi

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  4. Wow, schon der letzte Bericht. Es hat sicherlich Spaß gemacht die verschiedenen Maschinen zu testen. Und? Verrätst du uns welche dein Favorit ist?
    Liebe Grüße
    Melanie
    PS. und schade das wir uns gar nicht weiter unterhalten haben am Samstag!

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Schön, dass Du ein paar Worte hinterlässt. Vielen Dank dafür!