Samstag, 18. Juli 2015

Testbericht Brother Innovis V3

So langsam geht es in Richtung Endspurt bei der Supertesteraktion vom nähPark Diermeier. Nur noch zwei Maschinen kommen und es fällt mir immer schwerer, die Maschinen wieder einzupacken... Besonders fällt mir das auf, bei den Stickmaschinen... Vermutlich, weil ich selbst keine eigene habe und einfach auf den Geschmack gekommen bin!

Aber der Reihe nach. Als achte Testmaschine war die Brother Innovis V3 bei mir. Die einzige reine Stickmaschine die bei der Aktion vertreten ist. Da ich bisher mit Sticken keine Erfahrungen habe, kann dies auch nicht wirklich als Testbericht verstanden werden. Eher als persönlicher Erfahrungsbericht einer Stickanfängerin. Um die Leistungsfähigkeit der Maschine wirklich einschätzen zu können, solltet ihr die Testberichte der erfahrenen Stickerinnen unter den Supertestern einsehen. *HIER* kommt ihr zu einer Übersicht zu den einzelnen Testberichten zur Brother Innovis V3. Wer an meinen Eindrücken interessiert ist, der kann gerne weiterlesen:

Als allererstes ist mir (und der Dame von der Post) aufgefallen, dass das ein riesiger Karton ist! Ich kann mir vorstellen, dass der durch manche Tür nur schwerlich durchpasst. Hingegen meiner ersten Befürchtung konnte ich ihn aber ins Nähzimmer bringen (allerdings nur zu zweit). Das Auspacken war gar nicht kompliziert und die Einzelteile sehr übersichtlich in speziellen Einteilungen verpackt.

Da es ja eine reine Stickmaschine ist, musste ich natürlich einen separaten Platz für sie finden, da der Nähplatz von meiner eigenen Maschine belegt ist... Schließlich habe ich eine Kommode leergeräumt und dort die Maschine aufgestellt. Der Platz reichte grade so; schließlich braucht so eine Stickmaschine ein bisschen Bewegungsfreiraum... Und mit knappen 80cm Breite und einem Gewicht von 15kg ist sie nicht gerade klein...


Die Zubehörteile sind überschaubar. (Wer sich für den genauen Lieferumfang und die technischen Daten interessiert, der sei an die Produktseite beim nähPark verwiesen. Dort finden sich alle erdenklichen Details, die ich nur zu einem Minibruchteil kenne... ) Ein bisschen irritiert war ich, dass es für das Zubehör keine Aufbewahrungsmöglichkeit in der Maschine gibt. Das Zubehör muss separat aufbewahrt werden. Nicht wirklich schlimm, aber doch ungewöhnlich.

Die Bedienungsanleitung ist im DIN-A4 Format und eine typische Bedienungsanleitung. Wenn man nicht ganz genau weiß, wonach man sucht, wird es schwierig. Kennt man sich beim Sticken noch nicht so aus, sagen einem die Registerstichworte nicht unbedingt etwas und man muss sich durchwurschteln... Letztendlich habe ich alles gefunden, was ich brauchte. Die Suche war aber schon teilweise etwas nervig. Das Handbuch selbst lädt auch nicht zum „Darinstöbern“ ein.

Neben dem Handbuch findet sich noch ein Heft mit den gespeicherten Stickmotiven. Integriert sind knapp 230 Stickmotive und 17 Stickalphabete. Stickmotive sind ja Geschmackssache... meinen Geschmack haben von den 227 Stickmotiven nur wenige getroffen. Das sieht aber bei anderen bestimmt ganz anders aus! Und das Verwenden von externen Stickdateien ist denkbar einfach. Zum einen kann die Maschine direkt an den PC angeschlossen werden (hab ich nicht ausprobiert) oder man überträgt die Dateien mit einem USB-Stick. Bisher hab ich viel davon gehört, dass einige Stickmaschinen Probleme haben, größere USB-Sticks zu erkennen und zu lesen. Ich habe mit einem 8GB-Stick gearbeitet und die Maschine hatte keine Probleme. Sie erkennt die einzelnen Ordner und zeigt die Unterordner an, so dass man das passende Format auswählen kann. Und unter „PES“ öffnet sie dann die einzelnen Dateien.

Die Voransicht der Dateien fand ich nicht optimal. Da kann man nur recht wenig erkennen. (Hab ich natürlich kein Bild von gemacht...) Man muss sie Antippen, um sie größer auf dem Display angezeigt zu bekommen. In diesem „Auswahldisplay“ ist die Darstellung in Ordnung.

In einem kleineren Feld bekommt man immer angezeigt, was als nächstes gestickt wird. Das fand ich ganz gut, da ich die Farbnummern nicht einprogrammiert habe, sondern immer nach Vorlage rausgesucht habe.

Ansonsten war die Bedienung über das Display recht einfach. Viele Dinge sind quasi selbsterklärend. Teilweise musste ich wie schon erwähnt im Handbuch stöbern.

Manche der kleinen Felder sagen mir aber bis heute nichts... Da kann man mal wieder sehen, dass so eine Maschine wesentlich mehr kann, als man von selbst nutzt und/oder in vier Wochen austesten kann...

Im Lieferumfang sind zwei Rahmen enthalten. Zum einen ein kleiner Rahmen mit 10x10cm und ein riesiger Rahmen mit 30x18cm. Mir persönlich hat eine Zwischengröße gefehlt. Mit dem kleinen Rahmen war das Einspannen relativ unkompliziert. Beim großen Rahmen ist mir das doch recht schwer gefallen. Der kleine Rahmen hat eine Stellschraube und der große Rahmen zwei. Trotz aller Bemühungen meinerseits, hab ich es nicht hinbekommen, im großen Rahmen den Stoff zufriedenstellend einzuspannen, so dass ich auch größere, dichte Dateien darauf sticken konnte. Mit Stickflilz ist mir das dann auch im großen Rahmen gelungen.



Links im Bild ist die Datei (Trau dich schön, von Zwergenschön) auf Baumwollstoff gestickt und man erkennt deutlich den Verzug. Rechts die gleiche Datei auf Stickfilz.

Es ist mir „nur“ gelungen, im großen Rahmen Schrift auf auf Baumwollstoff zu sticken. Nun will ich der Maschine keine Schuld daran geben, sondern denke einfach mal, dass es an meiner mangelnden Erfahrung liegt. Für Tipps und Tricks, wie man den Stoff richtig einspannt, bin ich offen ;) Denn alles mag ich dann doch nicht auf Filz sticken. (Zumindest langfristig gesehen, sollte ich mal zu einer eigenen Stickmaschine kommen, die hier nicht nur ein Gastspiel gibt).

Das Sticken an sich funktioniert prima. Auch das Wechseln der Unterfadenspule während des Stickvorgangs ist kein Problem. Der Stickrahmen wird zur Seite gefahren, man nimmt ihn ab und kann bequem eine neue Unterfadenspule einlegen. Anschließend setzt man den Rahmen wieder ein und lässt ihn an die ursprüngliche Position zurückfahren. Dann kann man die Nadelposition noch um einige Stiche zurücksetzen und weiter sticken. Auch nach einer längeren Pause oder sogar nach einem Stromausfall oder Abschalten der Maschine, ist die „aktuelle“ Position noch im Speicher enthalten.

Wirklich sensationell ist, wie auch schon bei der anderen Brother-Maschine (Brother Innovis VQ 2) der vollautomatische Einfädler. Das geht nicht besser. Man muss den Faden entlang der vorgegebene Richtung führen, am Fadenschneider abschneiden, den Nähfuß per Taste senken und dann auf die Nadeltaste drücken und schwupps: ist der Faden eingefädelt. Das ist schon etwas, an das man sich gewöhnen kann! Natürlich hat die Maschine auch einen automatischen Fadenschneider und einen Unterfadenwächter. Anders als bei anderen Maschinen meldet sich der Unterfadenwächter wirklich erst dann, wenn der Unterfaden so gut wie zu Ende ist. Auf das Wechseln des Unterfadens bin ich ja schon eingegangen. Also war das immer einer Meldung , die nicht für Aufregung gesorgt hat!

Ab und zu gab es noch mal andere Fehlermeldungen. Der Stickvorgang wird dann sofort unterbrochen, ein akustisches Signal ertönt und die Fehlermeldung poppt auf! Das war in der Regel ein Problem mit dem Oberfaden, der neu eingefädelt werden musste. Einmal war mir auch die Nadel abgebrochen. Ansonsten hat alles prima funktioniert.

Die Maschine kann sehr schnell sticken. Man kann die Geschwindigkeit aber den Bedürfnissen der Stickdatei anpassen. 

Nicht das ich das ausprobiert hätte...

Inwieweit die Maschine mit verschiedenen Garn zurecht kommt, kann ich nicht sagen. Mit dem Brildor-Garn hatte sie keinerlei Probleme.


Nicht nur ich fand das Sticken faszinierend, sondern auch meine kleine Tochter. Zwar wurde das Mativbuch nicht unbedingt die Lieblingslektüre, aber doch das ein oder andere Mal durchgeblättert. Natürlich durfte sie sich auch ein bisschen was aussuchen:


Da stickt man doch gerne auch mal im Sommer die Weihnachtsmotive! Wobei ich sagen muss, dass mir diese Motive alle ganz gut gefallen. Wo sie dann mal einen Platz finden, sei mal dahin gestellt...
Überhaupt haben die meisten Sachen, die ich gestickt habe, noch keinen Einsatz zugewiesen bekommen; darum ist das meiste auch auf Filz gestickt...

Das „Sweet“ ist auf SnapPap gestickt. Das japanische Zeichen für „Feier“ auf Fleece und der Rest auf Filz.

Bisher habe ich ja „nur“ Kombimaschinen getestet. Diesmal war es ja eine separate Stickmaschine. Das heißt ich konnte sticken und gleichzeitig mit meiner Maschine nähen (ich bin mir jetzt absolut sicher: ich brauche eine neue Nähmaschine!). Das war toll. Man kann die Zeit, die die Maschine munter vor sich hin stickt anderweitig gut nutzen. Ich glaube, ich würde zu zwei Maschinen tendieren (obwohl da natürlich noch weitere Faktoren eine Rolle spielen. Festlegen möchte ich mich da jetzt noch nicht).

Vor meinem Fazit noch eine kurze Übersicht meiner persönlichen Eindrücke:

Beleuchtung
+++
Handhabung
++
Handbuch
+
Einfädler
++++
Stickbild
+++
Lieferumfang
++
Handhabung Rahmen klein
+++
Handhabung Rahmen groß
-
Spaß
+++
+++ hervorragend ++ gut + in Ordnung
--- sehr schlecht – schlecht - nicht so gut


Fazit
Ich möchte eine Stickmaschine haben! Gut, das ist mir nicht erst seit dieser Maschine klar, aber doch noch deutlicher geworden! Und das erste Mal denke ich, dass zwei separate Maschinen auch etwas für sich haben (ich geh gleich noch mal Lotto spielen!).
Die Brother innovis V3 ist eine tolle Stickmaschine, die fast keine Wünsche offen lässt. Ich würde mir einen weiteren Rahmen dazu wünschen (natürlich kann man sich den auch zusätzlich kaufen). Außerdem wünschte ich mir einen kleinen Lehrgang, wie man denn den Stoff in den großen Rahmen einspannt, damit man ihn direkt besticken kann. Ein Service, den der nähPark sicherlich liefert... Ansonsten war ich mit der Maschine sehr zufrieden und würde ihr auf jeden Fall ein neues zu Hause geben! Leider muss ich sie aber schon wieder einpacken. Dafür kommt dann aber wieder eine neue Supertestermaschine (die vorletzte...).

Nun sei es aber erst einmal genug!

Euch allen viele liebe Grüße
Eure
Julia


Dieser Post steht  im Zusammenhang mit der Aktion Supertester vom Nähpark Diermeier
Im Rahmen dieser wurden mir die o.g.Nähmaschinen zu Testzwecken kostenlos zur Verfügung gestellt. 
Es handelt sich somit um  Werbung  für den nähPark und die vorgestellten Maschinen. 
Der nähPark nimmt keinerlei Einfluss auf die Art der Berichterstattung und die dargestellte Meinung. 
Es handelt sich um meine persönliche Meinung und meine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen mit den jeweiligen Nähmaschinen.

Kommentare:

  1. ich bin sehr zufrieden mit meiner v3 - ist echt ein schönes maschinchen :0)
    lg von der numi

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  2. Ich habe auch die V3 und bin grundsätzlich sehr zufrieden und würde genau das Bemängeln, was du angeführt hast. Ich habe mir gleich mal einen 10x18 Rahmen dazugekauft und das Einspannen von Stoff in den großen Rahmen funktioniert nicht besonderst gut ... bei schwereren Stoffen geht es recht gut, aber bei leichteren lass ich die Finger davon... Einen sehr guten Testbericht hast du wieder geschrieben.
    LG Birgit

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