Samstag, 21. März 2015

Testbericht Husqvarna Viking Designer Ruby Royale


Und schon wieder ist ein Testzeitraum der Supertester Aktion vom nähPark Diermeier rum (der vierte) und ich darf einen Testbericht für die Designer Ruby Royale mit Stickmodul aus dem Hause Husqvarna Viking schreiben. 

Gegen die Vorgängermaschine (Bernina 750 QE) kam mir bei Ankunft der Karton recht klein und zierlich vor, oder besser die Kartons. Das Stickaggregat ist separat verpackt. Nach dem Auspacken wirkt die Maschine klein und kompakt. Ich glaube aber, der Eindruck, dass sie klein ist, steht im Zusammenhang mit der riesigen Maschine von davor. Jetzt zum Ende der Testzeit kommt sie mir stabil und „normal groß“ vor. 


Wer sich für den genauen Lieferumfang interessiert, kann gerne auf der Produktseite vom nähPark nachsehen. Ich fand, dass die üblichen Zubehörteile enthalten waren. Auffällig waren aber eine Vielzahl an verschiedenen Nähfüßen. Insgesamt sind 13 Nähfüße im Lieferumfang enthalten. Sehr gefreut hab ich mich, dass ein Antihaft- Gleitfuß dabei war, da ein entsprechendes Projekt zum
Probenähen anstand. Teilweise wirken die Füßchen nicht sehr langlebig, da sie aus Kunststoff gefertigt sind; das bliebe aber abzuwarten... 

Bedient wird die Maschine über ein Display, das sehr schön groß und an für sich selbsterklärend ist. Ich weiß nicht, woran es lag, ob ich einfach mutiger werde, sich die Maschinen ähneln (das tun sie) oder etwas anderes ursächlich dafür ist, dass ich nicht mehr soviel ins Handbuch geguckt habe. 

Für manches musste ich dann aber doch das Handbuch zu Rate ziehen... Das Handbuch ist ein praktisches Ringbuch. Ich find das gut, da man dann die Seiten besser aufschlagen kann und sie nicht wieder verschlagen. Manche Passagen sind etwas kompliziert geschrieben, so dass ich sie mehrmals lesen musste. Letztendlich konnte ich aber alles finden und auch umsetzen, so dass ich mit dem Handbuch zufrieden bin. 

Wenn man losnähen möchte, muss man zu erst einmal aufspulen. Und das ist bei der Ruby wirklich hervorragend gelöst. Man kann einfach durch die Nadel aufspulen. Das finde ich vor allem während des Nähens ausgesprochen praktisch. Man kann den Faden aber auch oben entlang führen und muss nicht durch die Nadel aufspulen. Beides ist möglich. 

Gewöhnungsbedürftig war für mich, dass die Aufbewahrung nicht vorne an der Nähmaschine im Anschiebetisch untergebracht ist, sondern hinten. Das fand ich schon recht kompliziert. Oft hab ich das Fach dann einfach abgezogen, wenn ich etwas daraus holen wollte. Meine Vermutung ist ja, dass Linkshänder damit besser klar kommen, da sie außen herum fassen können... Ist aber nur eine Vermutung... Und letztendlich ist es eine Gewöhnungssache. 

Die Handhabung der Maschine an sich fand ich unkompliziert. Die einzelnen Handgriffe lassen sich schnell ausführen und ich habe keine Probleme gehabt Nähfüße oder die Nadel zu wechseln oder ähnliches. Bei Störungen leuchtet ein Popupfenster auf und meldet gleich, was los ist. „Hauptmotor“ überlastet, oder „Fäden unter der Stichplatte entfernen“ kam hin und wieder. Durch wenige Handgriffe, konnte der Fehler aber immer beseitigt werden. 

Die Beleuchtung der Maschine empfand ich ausgezeichnet. Ebenso hat der Einfädler seine Dienste sehr gut gemacht und Fäden aller Art sicher ins Ziel geführt. Die Maschine hat alle Fäden, von no-Name Produkten bis zu Qualitätsgarnen vernäht. Natürlich werden die Ergebnisse mit hochwertigen Garnen auch schöner. Man sollte da wirklich nicht am falschen Ende sparen... 


Fast schon obligatorisch im Maschinentest ist das Ausprobieren verschiedener Zierstiche für mich. In der Bedienungsanleitung findet sich eine Übersicht über die Zierstiche und man bekommt sie auch im Display angezeigt, dort erhält man auch den Hinweis, welcher Nähfuß zu verwenden ist. Das man bei Zierstichen ein Vlies unterlegt, hab ich inzwischen gelernt und beherzigt... Es war gar nicht so leicht, einige Stiche auszuwählen. Nicht, weil die Nutz- und Zierstiche nicht schön wären, sondern weil es über 1000 Stiche gibt. Dabei sind Nutzstiche, Knopflochstiche, Piktogrammstiche, Nostalgiestiche, Quiltstiche, Applikationsstiche, Stiche für Kinder, Langettenstiche, Kunststiche, Omnimotionstiche, kunstvolle Stiche, Stiche für Modisches, 4.-Wege-Stiche, 8.-Wege-Stiche, Spezialstiche, 3-dimensinoale Stiche und dekorative Stiche. Eine Vielzahl an Möglichkeiten seine Nähwerke aufzupeppen. Die Stichbreite kann bis zu 40mm und sogar darüber hinaus betragen, da auch Seitwärtsnähbewegungen möglich sind. Neben den ganzen verschiedenen Stichen gibt es auch noch sechs Nähalphabete. 

Bei der Fülle an Möglichkeiten kann man leider in den vier Wochen, die die Maschine bei einem ist, nur einen kleinen Teil ausprobieren. Ich habe mit der Maschine verschiedene Materialien (Baumwolle, Plane, Jeans, Wachstuch, beschichtete Baumwolle, Plüsch, Filz, Gurtband, Frottee, diverse Vliese – Jersey rein nur zu Testzwecken) vernäht. Sie hat nicht gemeckert und alles mitgemacht. Bei mehrlagigen Passagen hat sie hin und wieder ein wenig geächzt, letztendlich aber alles genäht.Mit Hilfe des Antihaft- Gleitfußes ließen sich auch beschichtete Stoffe und Plane problemlos vernähen. 


Ich kann zum Nähen eigentlich nur sagen, dass es außerordentlich viel Spaß gemacht hat, mit Ruby! 

Aber das ist ja noch nicht alles, was die Maschine zu bieten hat! 


Denn sie verfügt ja über ein Stickmodul. Und eins ist klar, ich möchte unbedingt eine eigene Stickmaschine haben! Ich liebe es. Ich finde es so faszinierend der Maschine zu zusehen, wie sie da in sekundenschnelle Hunderte von kleinen Stichen ausführt, scheinbar geführt von Geisterhand... 

Und mit dieser Faszination bin ich nicht alleine gewesen. Meine kleine Tochter hat mich aufgefordert jetzt endlich mal mit ihr etwas zu sticken! Sie hat die Maschine dann nur noch liebevoll „Ruby“ genannt und für alles ausgiebig gelobt, was sie getan hat. In etwa so, wie man ein Pferd lobt: leichtes Tätscheln und Gutes Zureden „Brav gemacht Ruby, weiter so!“ Zeitweilig war der Sampler mit den Stickdateien von Husqvarna ihre liebste Lektüre (leider konnte ich die Bestellung, was ich alles sticken soll nicht abarbeiten... zu umfangreich, dafür müsste die Maschine noch ein Weilchen länger bleiben...) 
 
Der „Umbau“ zur Stickmaschine ist denkbar einfach. Man muss die Aufbewahrung abziehen, eine kleine Klappe an der Nähmaschine öffnen, das Stickaggregat aufschieben, bis es einrastet und den Nähfuß auswechseln. Das dauert keine drei Minuten. Und schon kann es losgehen! 

Zunächst hab ich mich an eingespeicherten Motiven versucht. Das hat auch prima geklappt. Eigentlich hat das Sticken insgesamt super geklappt. Hin und wieder ist mal was daneben gegangen, aber das lag dann doch an mir. Es ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen. 


Ich musste zum Bespiel feststellen, dass „fest“ noch nicht wirklich fest ist...
Zunächst hatte ich den Froschkönig auf dünner Baumwolle gestickt (natürlich mit Vlies darunter), und ich dachte auch, dass ich den Stoff fest eingespannt hatte. Aber wohl nicht fest genug, oder aber das Vlies war nicht ausreichend... Auf jeden Fall hat sich die Außenlinie am einen Bein unschön verschoben. Da ich den Froschkönig aber so schön fand, hab ich ihn noch einmal auf Stickvlies gestickt. Da hat auch alles bestens geklappt und die Linien sitzen da, wo sie hingehören. Anschließend hab ich noch mehr auf das Einspannen des Stoffes geachtet. 

Auch bei angebautem Stickfuß, hat der Einfädler seinen Dienst gut ausgeführt, so dass Farbwechsel kein Problem waren. Die Maschine verfügt über einen Unterfadenwächter, der Bescheid gibt, wenn der Unterfaden zur Neige geht. Ein
bisschen Faden hat man dann noch zur Verfügung und man kann entscheiden, ob man gleich wechselt oder aber eine Farbe noch zu Ende stickt. Das Wechseln der Unterfadenspule funktioniert einfach und war kein Problem. 

Ich bin mir sicher, dass man noch ganz viele Sachen einstellen und optimieren kann, gestehe aber, dass ich mich an die Einstellungen nicht herangetraut habe. Das war eigentlich auch nicht nötig. Ich denke, das kommt dann, wenn man eine Stickmaschine hat mit der Zeit...



Hier noch einige Beispiele, von den Gestickten Sachen. Gestickt habe ich auf festen Stoffen, wie Jeans und Baumwolle und auf Stickfilz, da ich nichtbei allem weiß, wo für das mal sein wird... 

Bevor ich nun mein Fazit zu dieser Maschine ziehe, noch eine kurze Übersicht:

Verständlichkeit Handbuch
++ ½
Menüführung
+++
Beleuchtung
+++
Einfädler
+++
Handling
++
Applizieren
+++
Reißverschluss
+++
Nahtbild
+++
Verwendung verschiedener Garne
+++
Verarbeitung verschiedener Materialien
+++
Bedienungsfreundlichkeit Stickmodul
+++
Stickbild
+++

Spass
++++
+++ hervorragend, ++ gut , + in Ordnung nicht so gut, -- schlecht, --- sehr schlecht

Fazit
Sie dürfte gerne bleiben! Ruby hat alles mitgemacht, wenig gezickt, war immer bereit zum Weitermachen und wir hatten einfach viel Spaß miteinander. Der Lieferumfang und das was sie kann ist absolut umfangreich, die Maschine selbst hat eine angenehme Größe und Gewicht – genau richtig find ich. Nicht zu groß und nicht zu klein. Ich finde, es ist eine absolute Allrounder Maschine, und man kann mit ihr alle möglichen Näharbeiten umsetzen. Das Sticken ist relativ einfach – da wo es mal nicht gepasst hat, hat sich immer rausgestellt, dass es an mir lag... aber ich bin ja was das angeht auch noch absoluter Frischling!- und absolut faszinierend. Ich würde gerne mit der Ruby noch die vielen weiteren Möglichkeiten austesten, zu denen ich nicht gekommen bin. Der Haken ist nur der Preis... 

Na, und dann auf in die nächste Supertester-Runde...

Euch allen viele liebe Grüße
Eure Julia


Alle oben aufgeführten Posts stehen im Zusammenhang mit der Aktion Supertester vom Nähpark Diermeier
Im Rahmen dieser wurden mir die o.g.Nähmaschinen zu Testzwecken kostenlos zur Verfügung gestellt. 
Es handelt sich somit um  Werbung  für den nähPark und die vorgestellten Maschinen. Der nähPark nimmt keinerlei Einfluss auf die Art der Berichterstattung und die dargestellte Meinung. Es handelt sich um meine persönliche Meinung und meine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen mit den jeweiligen Nähmaschinen.

Kommentare:

  1. Liebe Julia
    meine Overlook ist auch eine husqvarna viking und ich bin mit ihr sehr zufrieden auch preislich! Mein Goldstück war ein absolutes Schnäppchen!

    Liebste Grüsse
    Esther

    PS.: Gotti = Patentante :-)

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  2. sehr interessanter Bericht......und für mich äußerst informativ.
    Toll geschrieben !!!
    Liebe Grüße
    Nane

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Schön, dass Du ein paar Worte hinterlässt. Vielen Dank dafür!