Samstag, 17. Januar 2015

Testbericht Janome Skyline S5


Die zweite Supertester-Maschine
Janome Skyline S5


Kaum zu glauben, dass nun schon die zweite Supertester-Runde zu Ende geht.

In den letzten vier Wochen war meine zweite Supertester-Maschine aus dem Hause Janome, die Skyline S5 bei mir zu Gast. Eine Maschine, die zur Zeit für ca. 1000 Euro beim nähPark Diermeier zu haben ist.

Sie macht einen robusten Eindruck und bringt ein ordentliches Standgewicht mit. Beim Auspacken entdeckt man eine Vielzahl an Zubehörteilen. Neben diversen Nähfüßen, u.a. einem Automatikknopflochfuß und einem Obertransportfuß, gibt es eine separate Gradstichplatte, einen Kniehebel ,eine Bedienungs DVD (nur falls Fragen kommen, ich habe sie nicht angesehen...) und einiges anderes mehr.



Wer es genau wissen möchte, kann gerne auf der Produktseitevom nähPark gucken.



Vieles vom Zubehör hat seinen festen und durchdachten Platz in den Ablagefächern. Davon gibt es eins im Anschiebetisch und eins in der oberen Klappe. In der oberen Klappe habe ich immer kurzfristig Zubehör abgelegt, was ich griffbereit brauchte, wie zum Beispiel den Reißverschlussfuß.



Der Anschiebtisch selbst ist abnehmbar, so dass die Maschine auch über eine Freiarmfunktion verfügt. Bedient wird die Maschine wahlweise über Start- und Stopp-Tasten oder mit Hilfe des Fußanlassers. Sehr bedienerfreundlich finde ich die  automatische „Auto-Verriegelungstaste“ , die „Fadenschneidertaste“ und den Nadeleinfädler.



Gesteuert werden die Funktionen über das Display, bzw. die Tasten unterhalb des Diyplays. Das Display selbst ist nicht besonders riesig, aber vollkommen ausreichend um alle notwendigen Informationen darzustellen. Neben dem gewählten Stich, wird die Stichlänge und Stichbreite angezeigt, sowie der empfohlene Nähfuß. Über das Menü können die verschiedenen Stiche ausgewählt und nach Wunsch angepasst und auch gespeichert werden. Außerdem können spezielle Funktionen, wie etwa das Nähen mit der Zwillingsnadel darüber ausgewählt werden.



Einige wichtige Funktionen haben eine Direkttaste außerhalb des Displaybereiches.



Da die Maschine einige Ähnlichkeiten zu meiner eigenen Maschine aufweist, musste ich diesmal nicht vorab das Handbuch studieren... Aber dennoch habe ich natürlich einen Blick riskiert...



Es ist ein typisches Handbuch und man muss sich darin erst zurecht finden. Einiges ist natürlich doch anders bei meiner Maschine und ich musste nach der entsprechenden Funktion im Handbuch erst suchen. Es werden alle Grundfunktionen erläutert, aber es gibt kein spezielles Stichwortregister. Die einzelnen Schritte sind kurz und knapp erläutert und bildlich dargestellt. Spezielle Nähtechniken wie das Einnähen eines Reißverschlusses, die Ausführung verschiedener Säume oder die Verwendung einzelner Nähte werden erläutert, so dass man seine Fertigkeiten ausbauen kann. Ich habe letztendlich nach einigen Suchen auch alles gefunden, was ich brauchte. Vielleicht wäre es hilfreich gewesen, einmal die DVD anzuschauen. Nun ist es zu spät dafür.



Überhaupt konnte ich auch diesmal nur einiges testen, was die Maschine kann. Die Möglichkeit zur Programmierung von Musterkombinationen und die Verwendung vieler Spezialfunktionen habe ich komplett vernachlässigt. Ich teste die Maschinen einfach durch den täglichen Einsatz, an den Dingen, die gerade anliegen. Schließlich bin ich keine professionelle Nähmaschinentesterin und ich möchte auch noch mal betonen, dass dies kein objektiver Test, sondern meine persönliche Meinung, meine Erfahrungen mit dieser Maschine und meine Eindrücke sind.

In der Klappe der Maschine findet sich eine Übersicht über die Nutz- und Zierstiche. Das ist bei der Janome übersichtlich. Neben etwa 185 Zier- und Nutzstichen verfügt die Maschine über vier verschiedene Alphabete, sowie Zahlen.



Die Ausführung der Zierstiche ist in Ordnung aber nicht übermäßig glänzend... (Ich gestehe, dass ich diesbezüglich noch unter dem Einfluss meiner ersten Supertester-Maschine stehe, die die Zierstiche eher gestickt, als genäht hat...)außerdem habe ich die Einstellung nicht verändert. Ich habe „nur“ den empfohlenen Nähfuß genommen und unter den Baumwollstoff Vlies gelegt. Wenn man sich richtig gut mit der Maschine auskennt, kann man sicherlich über die Einstellungen bestimmt ein Ergebnis hinbekommen.



Da der Testzeitraum für diese Maschine über Weihnachten und den Jahreswechseln lag, blieb nicht so viel Zeit fürs Nähen. Ich habe leider kein wirklich großes Projekt umsetzen können. Aber dafür einige Kleinigkeiten. Dabei habe ich mich bemüht, verschiedene Materialien zu testen.



So habe ich Baumwolle, in unterschiedlicher Lagenanzahl und mit und ohne Zwischenlage, Jersey, Jeans, Filz, Gurtband, Webbänder und LKW-Plane vernäht. Außerdem habe ich den Obertransportfuß und das Einnähen von Reißverschlüssen getestet.



Man fängt ja klein an, und ich habe zunächst Leseknochen genäht (außerdem brauchte ich die noch als Weihnachtsgeschenke...). Da war mein erster Eindruck, dass die Maschine schön leise ist und wunderbar schnurrt. Werden es aber mehr Lagen Baumwolle, bzw. ist da noch Vlies mit im Spiel, ist es nicht mehr wirklich leise. Man merkt, dass die Maschine schuftet und bei den Nahtübergängen (z.B. beim Quilten) doch ein bisschen Unterstützung braucht. Das kenne ich nicht anders von meiner eigenen Maschine. Auch der Einsatz vom Obertransportfuß hat den Umstand nicht vollkommen beseitigt.

Was mir mit seiner Hilfe aber gelungen ist, ist das Vernähen von LKW-Plane. Da hätte ich sicherlich ein bisschen mit den Einstellungen arbeiten sollen, um leichte Schabespuren vom Transport auf der linken Seite zu vermeiden... Ist mir aber leider zu spät aufgefallen und war auch nicht an allen Täschchen zu finden. Vermutlich gibt es auch bei den Planen selbst Unterschiede.



Das Aufnähen von Webbändern auf 3mm-Filzstücke für Schlüsselbänder gestaltete sich auch ein bisschen schwierig, da das zusammen kaum unter den Nähfuß gepasst hat. Zumindest das „Drunterbekommen“ war sehr schwer. Hier würde ich mir wünschen, dass man den Nähfuß etwas höher heben kann um ihn dann auf die eigentliche Nahthöhe zu bringen. Das Nähen selbst war dann nicht das Problem.



Generell ist die Maschine mit allen Materialien und Garnen klar gekommen. Nur bei einem Garn hat die automatische Fadenschere den Dienst verweigert... Aber das eine sei ihr verziehen.





Das abgebildete Jersey- Kleid habe ich auch vollständig mit der Maschine genäht (quasi zu Testzwecken). Ein weiteres Kleid hab ich dann aber doch mit der Qverlockmaschine genäht, da es doch um einiges schneller geht. Die Zuarbeiten wie Säumen etc. hat dann aber wieder die Janome übernommen.



Und das kann ich sagen, sie ist keine langsame Maschine. Man kann die Geschwindigkeit über einen Schiebeschalter manuell regeln. Sie lässt sich on „ganz langsam“ zum Beispiel fürs Applizieren sinnvoll, bis hin zu „ganz schnell“ einstellen. Das fand ich auch im Hinblick auf meine Nachwuchsnäherinnen im Hause ganz interessant. Noch sind sie mit der Kindernähmaschine zu beigeistern, aber wenn das mal nicht mehr der Fall sein sollte, wäre so eine Geschwindigkeitsregulierung schon eine feine Sache.



Sehr zuverlässig fand ich diesmal den Nadeleinfädler. Ich musste kein einziges Mal per Hand einfädeln. Manchmal hab ich vergessen die Nadle wieder in die mittlere Position zu bringen. Das war ihm egal, er hat brav eingefädelt. Außerdem werde ich die automatische Fadenschere vermissen. Wenn ich mal zu einer neue Nähmaschine komme, ist das etwas, was sie haben sollte.





Vor dem Fazit möchte ich noch mal eine Übersicht meiner persönlichen Eindrücke geben:





Verständlichkeit und Übersicht des Handbuches
++
Menüführung
+++
Beleuchtung
++
Automatischer Einfädler
+++
Handling
++
Reißverschluss
++
Nahtbild
++
Verwendung von verschiedenen Garnen
+++
Verarbeitung verschiedener Materialien
++
Spass
++

+++ hervorragend, ++   gut , + in Ordnung

- nicht so gut,  -- schlecht, --- sehr schlecht



Fazit

Ich kann es nicht genau erklären warum, aber der Funke ist nicht wirklich übergesprungen. Es ist nicht so, dass ich jetzt sage, dass ist eine schlechte Maschine, denn das ist sie nicht. Sie macht, was sie soll, bietet eine Menge Zubehör und Funktionen, erscheint robust und langlebig. Vielleicht liegt es daran, dass sie nicht so wahnsinnig viel mehr kann, als meine eigene Maschine (die etwa die Hälfte kostet). Vielleicht steh ich auch noch unter dem Einfluss der Wahnsinnsnähmaschine, die ich davor testen durfte (die kostet sieben Mal so viel und ein Vergleich ist unfair!). Was das heißt? Nicht wirklich viel, nur so viel, dass ich im Moment meine Maschine nicht weggeben würde, um mir für mehr Geld diese Maschine zu kaufen. 

Vielen Dank fürs Lesen
und viele liebe Grüße
Eure
Julia





Alle oben aufgeführten Posts stehen im Zusammenhang mit der Aktion Supertester vom Nähpark Diermeier
Im Rahmen dieser wurden mir die o.g.Nähmaschinen zu Testzwecken kostenlos zur Verfügung gestellt. 
Es handelt sich somit um  Werbung  für den nähPark und die vorgestellten Maschinen. Der nähPark nimmt keinerlei Einfluss auf die Art der Berichterstattung und die dargestellte Meinung. Es handelt sich um meine persönliche Meinung und meine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen mit den jeweiligen Nähmaschinen.

Kommentare:

  1. danke für deine einschätzung zur maschine. finde es klasse, das ihr die maschinen so durchtestet und eure meinung abgebt!!!
    lg von der numi

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  2. Hallo Julia
    Es war wie immer sehr schön von Dir zu lesen, aber man merkt schon, daß Du nicht ganz so begeistert bist, wie von Deiner Supermaschine.
    Wir waren mit der Brother innovis V3 sehr zufrieden und freuen uns auf die nächste Maschine.
    Eine schönes Wochenende und liebe Grüße
    von den Hockfröschen

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  3. Danke für die EInschätzung! Ich liebäugel auch mit einer Janome und war mir bisher sehr unsicher, ob die Jerseynähte auch schön werden. Da hilft mir dein Test schon mal ein Stück weiter.
    Welche Maschine nutzt du (da du schreibst, du brauchtest dich nich groß umstellen)?

    LG Mira

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  4. Hallo Julia,
    mich würde auch interessieren, mit welcher Maschine du nähst!
    LG
    Inken

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